kolumnistin


Lebenskalender

Basler Zeitung vom 10.12.2016 / Schöne Dinge
Es war der erste Dezember dieses Jahres. Die weihnachtlichen Töne der Basilisk-«Morgenshow» liessen mich mit Schrecken feststellen, dass ich den alljährlichen Adventskalender für meine Tochter komplett vergessen hatte. Gut, mittlerweile ist sie 14 Jahre alt und entgegnete mir relativ entspannt, dass es ja noch nicht zu spät dafür sei und sie dafür gleich mehrere Türchen aufs Mal öffnen könne. Es sei doch alles «no Prob»! Schliesslich sei sie kein kleines Kind mehr und ich solle sie deswegen bitte nicht wie einen verschupften Schlumpf anschauen.
Diese nachsichtigen und reifen Worte kamen aus dem Munde meiner Tochter! Stolz wird mir wieder bewusst, dass sie das Einzige und Beste ist, was ich selbst erschaffen habe und nicht wieder umschreiben muss. Der befürchteten Enthauptung entkommen, mache ich mich sogleich auf die Suche nach möglichst originellen 24 Pforten.

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